Rund um Schalke
  Halbfinale Köln
 


» DFB Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Köln «

  - 10. Juni 1972 -

Nichts für schwache Nerven war das Rückspiel im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den
1. FC Köln. Zu dieser Zeit hatte der DFB probeweise die Pokalrunden in je einem Hin- und Rückspiel durchführen lassen. Ein Unterfangen, das aber ganz schnell wieder eingestellt wurde. 

Für Schalke jedoch, wie sich später zeigte, zu dem Zeitpunkt eine glückliche Entscheidung. Denn im Hinspiel am 30. Mai 1972 ging man in Köln sang und klanglos mit 1:4 unter, obwohl man nach einem Tor von Klaus Fischer nach 15 Minuten mit 1:0 führte. Aber in der zweiten Hälfte kassierte man binnen 33 Minuten 4 Treffer von einer stark aufspielenden Kölner Elf. 

Eigentlich war Schalke damit aus dem Wettbewerb und dennoch war die Glückauf-Kampfbahn beim Rückspiel ausverkauft, obwohl niemand mehr so richtig mit einem Weiterkommen rechnete. Die Schalker begannen furios und spielten „Risiko pur“. Eine Angriffswelle nach der anderen schwappte in der 1. Hälfte über die total überforderten Kölner und so kam es, dass Schalke nach Toren von Klaus Fischer, Rolf Rüssmann und Klaus Scheer nach 41. Minuten bereits mit 3:0 führte und damit den Gleichstand hergestellt hatte. Hannes Löhr aber markierte nur eine Minute nach dem 3:0 den 1:3 Anschlusstreffer der Kölner, so blieb es bis zur Pause. 

Dann aber begann in der 2. Hälfte eine Dramatik, so wie sie nur der Fußball schreiben kann, es gab 4 Elfmeter. Zunächst verhängte der Schiedsrichter nach einem Handspiel im Schalker Strafraum einen Elfmeter gegen Schalke. Es gab Riesentumulte und plötzlich befanden sich auch Zuschauer auf dem Platz, die dem Schiedsrichter an den Kragen wollten. Nur mit Mühe gelang es den Ordnern, diese rechtzeitig „einzufangen“. Hannes Löhr ließ sich die Chance nicht entgehen und verkürzte auf 2:3. 

Damit schien alles aus zu sein, denn so stand es auch noch 10 Minuten vor dem Ende. Dann roch es stark nach einer Konzessionsentscheidung, als der Schiedsrichter nach einem harmlosen Rempler in der 80. Minute auf Elfmeter für Schalke entschied. Aber Klaus Beverungen schoss den Ball übers Tor und vergab die große Chance, die Führung wieder auszubauen. Unmittelbar danach begannen die Zuschauer in Scharen das Stadion zu verlassen. Die ersten besannen sich jedoch schnell, als es nur 3 Minuten später einen berechtigten Foulelfmeter für Schalke gab, den Helmut Kremers sicher zum 4:2 verwandelte. Danach schlug Schalke die Bälle nur noch nach vorne. Aber es dauerte bis zur 5. Minute der Nachspielzeit, ehe wieder ein (berechtigter) Elfmeterpfiff für Schalke ertönte. Und wieder gab es Riesentumulte und erneut befanden sich Zuschauer auf dem Platz. Als sich alles wieder beruhigt hatte, legte sich Stan Libuda den Ball auf den Elfmeterpunkt. Zur Überraschung aller aber schoss erneut Helmut Kremers und verwandelte zum 5:2, wodurch das Spiel in die Verlängerung ging (damals gab es noch keine Regelung, dass Auswärts erzielte Tore „doppelt zählen). Das Stadion glich nun einem Tollhaus und so langsam trudelten auch die restlichen Zuschauer wieder ein. 

In der Verlängerung geschah nichts Bemerkenswertes mehr, außer, dass in der 105. Minute der insgesamt 5. Elfmeterpfiff, dieses Mal für Köln, ertönte. Aber Biskup scheiterte am glänzend aufgelegten Norbert Nigbur. 

So kam es zum Elfmeterschießen, das Schalke mit 6:5 für sich entschied.

Somit hatte Schalke doch noch das nicht mehr für möglich Gehaltene wahr gemacht und das Endspiel erreicht. 

Im Endspiel traf man am 01. Juli 1972 im Niedersachsenstadion in Hannover auf den
1. FC Kaiserlautern und fegte diesen nach Toren von Helmut Kremers (13. und 82. Minute), Scheer (32.), Lütkebohmert (57.) und Fischer (66.) mit 5:0 (2:0) regelrecht vom Platz.

Falls sich jemand die Einzelheiten des Elfmeterschießens ansehen möchte, bitte einfach rechts auf den herumlungernden Erwin klicken.
Zum Schließen erneut auf Erwin klicken.
Maskottchen Erwin mit Schalke Symbol

 

 


  Hier ein Link zu dem aufregenden Spiel: www.youtube.com/watch


  Interviews zu diesem Spiel siehe Folgeseite

 
  Mein herzlichster Dank gilt dem Schalke-Fan Helmut Schellhase aus Oberstaufen, der mich
  auf dieses tolle Halbfinalspiel aufmerksam gemacht hat.



 

 

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