Rund um Schalke
  Meine letzte Heimat
 



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Warum bringe ich das eigentlich hier rein? Nun einerseits gehört es ja zu mir und andererseits kann ich damit evtl. irgendjemand bei seiner Entscheidung helfen. Wer weiß.

Man wird im Lauf eines Lebens nicht immer gefragt, wie es weitergehen wird oder wie sagt man so schön, das Schicksal stellt die Weichen.

Nach vielen, ja sehr vielen Jahren des Glücklich-Seins, des Miteinanders mit Familie und Freunden, gab es ab 2010 eine Zeit des gewaltigen Umbruchs. Nach und nach verlor ich meine Familie, meinen Vater und 2 gute Freunde. Ende 2016 dann auch noch einen meiner besten Freunde und im März 2017 meine Mutter.

Kam der Tod meiner Mutter nicht überraschend, sie wurde immerhin stolze 91 Jahre alt, so schockte uns alle der Tod meines 3 Jahre jüngeren Freundes. Über 50 Jahre waren wir beide befreundet und teilten so vieles, u. a. auch die Leidenschaft für Schalke. Er starb völlig überraschend am 1. Weihnachtstag 2016.

Das haute mich doch ein wenig um und so begann ich nachzudenken und mich mit den Tabu-Themen „Grabstätte“ und „Beerdigung“ zu beschäftigen. Ich habe mittlerweile niemanden mehr, der sich um meine Grabstätte würde kümmern können. Es gibt zwar Menschen, die dies vermutlich tun würden, aber die wohnen teils woanders und sind auch berufstätig. Und ich möchte keinen damit belasten.

Daher reifte ganz langsam bei mir ein Gedanke. Ich bin seit über 40 Jahren Schalke-Fan und in dieser „Familie“ habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Warum also soll ich auch später nicht Teil dieser Familie bleiben?

Und so begann ich, mich für das Schalke FanFeld zu interessieren und stöberte wochenlang immer wieder im Internet. Die Entscheidung fiel nicht einfach. Eigentlich ist es doch komisch, man tut sich mit solch einer Entscheidung so schwer, aber im Endeffekt bekommt man doch von allem ja nichts mehr mit. Komisch.

Nach vielem Hin und Her setzte ich mich mit dem Geschäftsführer Ender Ulupinar in Verbindung und mailte ihm die ganze Problematik. Prompt kam sein Vorschlag, dass wir uns an Ort und Stelle am Schalke FanFeld treffen sollten und dort alles Weitere bereden sollten.

Da es von mir aus nun nicht gerade ein Katzensprung ist (es liegen immerhin ca. 170 km dazwischen), habe ich einen Termin gewählt, an dem ich mir anschließend noch ein Heimspiel von Schalke ansehen konnte.

Gesagt, getan, so traf ich mich mit ihm wenige Stunden vor dem Heimspiel am FanFeld. Was ich dort sah, war schon beeindruckend und bei den Ausführungen von Ender Ulupinar merkte ich, wie viel Herzblut er in dieses, „sein“ Projekt, gesteckt hat.

Voller Begeisterung erzählte er, wie fantastisch das Projekt angenommen wurde und was man alles machen würde. So würden bei jedem Abendspiel von Schalke u. a. auch die Flutlichtmasten auf dem FanFeld leuchten, als Verbundenheit zwischen lebenden und toten Schalkern. Und wie viele Fangruppen und Einzelbesucher sich mittlerweile das Schalke FanFeld ansehen würden, alle wären von dem Projekt angetan.

Es war viel, was er erzählte, es war ein ganz wunderbares und sehr herzliches Gespräch. Zuhause angekommen musste ich erst einmal alles verdauen, ich dachte mal in diese Richtung, mal in jene. Aber immer wieder kam ich zurück auf das Schalke FanFeld.

Und dann kam sein Angebot, auch das Preisliche spielt nun einmal mit hinein. Und damit war die Entscheidung gefallen, es war ein Wahnsinns-Angebot, warum auch immer.


Dann ging alles schnell, der Vertrag wurde geschlossen, ebenso einer über die Überführung sowie die Bestattung mit allem Drum und Dran. Es muss sich daher nun keiner mehr um etwas kümmern, alles ist geregelt.

So habe ich nun meinen Platz gefunden inkl. einer 25jährigen Dauergrabpflege. Ich habe dort fast den gleichen Platz, den ich auch bei Heimspielen in der Arena habe. Da ich größere gesundheitliche Probleme habe und leider nicht mehr in der Nordkurve stehen kann, sitze ich immer irgendwo auf den 50er-Plätzen auf der Gazprom-Tribüne. Und genau diese Stelle hat er für mich auch auf dem Schalke FanFeld ausgesucht und betonte dabei, es ist die Stelle mit der kürzesten Entfernung zur Arena.

Alles ist nun geregelt und unter Dach und Fach und ehrlich gesagt, ich bin nun beruhigt.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn Ender Ulupinar. Für die ganzen Geschichten von und über das Schalke FanFeld, für die wunderbaren Entscheidungshilfen und für das Wahnsinns-Angebot.







 
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