Rund um Schalke
  Same Procedure
 


Same procedure…

- Stand 03. September 2017 -



Da sitze ich nun mal wieder vorm PC und bin dabei, das Vorwort für die Saison 2017/2018 zu schreiben. Eigentlich könnte ich es mir ja ganz einfach machen, nehme den Text des letzten Jahres oder des vorletzten oder des vorvorletzten und ändere nur den Namen des Trainers, das war’s.

Wie bei „Dinner für one“, kann man bei Schalke vor der Saison mal wieder sagen, „same procedure as every year“. Denn wieder einmal musste ein neuer Trainer her, einer, der natürlich alles besser machen soll.
 
Leider war die letzte Saison eine der schlechtesten der letzten Jahre und man musste mit großer Verwunderung feststellen, dass zwischen Wunschdenken (Champions League) und Realismus (Beinahe-Kampf um den Abstieg) doch gravierende Unterschiede bestanden.

Mit letztlich Platz 10 konnte nun wahrlich keiner zufrieden sein. Und was noch schlimmer war, man konnte sich das lust- und mutlose Gekicke häufig nicht mehr ansehen. So war es kein Wunder, dass Markus Weinzierl, der doch so lange der Wunschkandidat der Schalker gewesen war, nach nur einer Saison bereits wieder seinen Hut nehmen musste.
 
Auch ich persönlich war maßlos enttäuscht, ich hatte von dem beim FC Augsburg so erfolgreichen Weinzierl mir so viel erhofft, aber nach und nach fiel mir seine merkwürdig distanzierte Art auf und dass er eigentlich nie so richtig die Bindung zu den Spielern fand. Darüber hinaus war auf dem Rasen in den meisten Spielen seine Handschrift leider nicht erkennbar. Selten habe ich eine so lustlose Schalker Elf über eine gesamte Saison gesehen.

Aber entgegen den letzten Jahren gab es vor dieser Saison doch einen gravierenden Unterschied. Die Erwartungshaltung der Fans ist gesunken, sie ist realistischer geworden. Kaum einer spricht noch von Meisterschaft oder Champion-League. Fast alle wären mit „International“, konkret, dem Erreichen der Europa-League, zufrieden.

Hinzu kommt, dass die ersten 3 Plätze, die die direkte Qualifikation zur Champions-League bedeuten, quasi von vornherein „gebucht“ sind. Bayern, der BVB sowie die Roten Bullen aus Leipzig scheinen hier unantastbar zu sein.

Aber erstaunlicherweise traut der allseits beliebte „Loddar“ (Lothar Matthäus) Schalke durchaus den 4. Platz, der die Qualifikation zur CL bedeutet, zu.

Entgegen den Vorjahren verlief die Saisonvorbereitung optimal. In den 7 Vorbereitungsspielen gab es 5 Siege und 2 Unentschieden und so keimte wieder etwas wie Hoffnung und Vorfreude auf die neue Saison auf.

Auch der Start in die neue Saison klappte mit einer zwar mäßigen Leistung, aber man setzte sich doch in der 1. Pokalrunde verhältnismäßig mühelos mit 2:0 beim Viertligisten BFC Dynamo durch und erreichte die 2. Pokalrunde. Als fast sensationell muss man die Schalker Leistung am 1. Spieltag der Bundesliga bezeichnen, zeigte Schalke im Heimspiel gegen die Roten Bullen aus Leipzig doch eine der besten Leistungen der letzten Zeit und bezwang den Favoriten verdientermaßen mit 2:0.

So unerwartet dieses Hoch, so unerwartet der Fall im darauf folgenden Auswärtsspiel beim Aufsteiger Hannover 96. Eine völlig indiskutable Leistung mit einem großen Abwehrschnitzer und schon knüpfte Schalke nahtlos an die Auswärtsschwäche der letzten Saison an.

Ich weiß, Schalke einzuschätzen, ist ein Lotterie-Spiel. Aber mich haben die insgesamt gezeigten Leistungen doch angenehm überrascht. Sollten sie diese konstanter halten können, dann ist auch so ein Ausrutscher wie in Hannover mal wegzustecken.

Ich lege mich mal weit aus dem Fenster und kalkuliere auf alle Fälle mit Platz 5 oder 6 einen Europa-League Platz mit ein. Um mehr zu erreichen, müssen die Leistungen jedoch konstanter werden.




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